Exklusiver, interaktiver Fachabend mit Sektverkostung

„Wenn Verleger verlegen machen“ | Oder: Ist die Zeitungskrise eine Print-Krise? — Zur Digital-Strategie von Verlagen

Nachbericht Anfahrt Twitter Facebook
Oktober
07

Dienstag, 07. Oktober 2014
ab 18:30 Uhr

Value Communication AG, im Domizil der Sektkellerei Goldhand
Walpodenstraße 1
55116 MZ

Beschreibung

In der Gutenberg-Stadt Mainz hat man zu Printmedien ein ganz besonderes Verhältnis (bzw. man sollte es haben). Dennoch sagte der Vorsitzende der Verlagsgruppe Rhein-Main mit Sitz in Mainz kürzlich auf einem Sommerfest wörtlich: „Die Digitalisierung ist die größte gesellschaftliche Revolution, wahrscheinlich wichtiger als Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks“.

Der interaktive Fachabend setzt genau hier an. Nachgegangen wird den Fragen: Was würde Gutenberg heute tun? Warum reden Verleger Printmedien schlecht? Heißt „digital“ automatisch „no more print“? Im Dialog mit dem Publikum werden Szenarien entwickelt, die sich von den bisherigen unterscheiden muss, da es zu nichts führt(e).

Dabei sind die Inhalte des Fachabends "Wo steht die Tageszeitung morgen?" vom 9. September 2014 von Herr Roeingh, Chefredakteur, Allgemeine Zeitung Mainz, nur der Ausgangspunkt, quasi um ein Netz zu spinnen - es soll aber bewusst kein Kontrapunkt hergestellt werden, sondern eher Alternativen für die Digitalstrategie von Verlagen allgemein aufzeigen und Denkfehler der letzten Jahrzente darlegen werden. Dazu gehören auch Beispiele für die erfolgreiche Verknüpfung zwischen Digital und Print (nicht nur von Verlagserzeugnissen, sondern Printprodukte allgemein). Ein Aspekt ist dabei, mit welchen Mitteln Print im Wert gesteigert werden kann.

Der Fachabend selbst wird so zu einem Beispiel analoger, interkativer Kommunikation auf hohem Niveau.

 

Agenda

  • Entrance, get-together at 18:30
  • TOP 1: INTRO: Get-to-know the topic: introduction by Andreas Weber
  • TOP 2: small break, drinks and snacks
  • TOP 3: dive into the topic! (presentation and thoughts by Andreas Weber)
  • TOP 4: OUTRO: Summary and Talks | Afterwards "kleiner Umtrunk"

 

Begrenzte Teilnehmerzahl! Eine Anmeldung zwingend erforderlich, am Besten gleich hier auf der FDI-Website. FDI-Miglieder werden bevorzugt.

 

Nachtrag:

Einen Bericht vom Fachabend mit Herrn Roeingh hat Herr Weber in seinem Blog veröffentlicht.


Referenten

Andreas WeberAndreas Weber
Founder and CEO of Value Communication AG, Mainz
Gründer und Sprecher des DigitaldruckForum und der ValueCommunity

http://value-communication.mixxt.de/

 

 

 

Andreas Weber lebt und arbeitet seit 1978 als Analyst, Publizist und Wissensvermittler in der Gutenberg-Stadt Mainz. Von hier aus hat er ein internationales Netzwerk entwickelt, das sich um die Rolle von Print im Kommunikationsmix des Digitalzeitalters beschäftigt. 2007 gründete er die Value Communication AG, ein global aktives, innovatives Research- und Knowledge Mediation-Unternehmen. Andreas Weber hat über 500 Innovationsprojekte realisiert. Über 115.000 Kommunikationsprofis in mehr als 30 Ländern besuchten seine Vorträge, Seminare und Coachings.

Zur Vita — Ehrungen:

  • Ehrung durch den Oberbürgermeister der Stadt Mainz für sein Engagement für den Druckladen des Gutenberg Museums in Mainz am 23. März 2003
  • Publizistikpreis der Stiftung Druck- und Papiertechnik e.V., verliehen auf der drupa 2004.

Anmeldung für FDI-Mitglieder

Die Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht mehr möglich.

Anmeldung für Gast-Teilnehmer

Die Anmeldung für diese Veranstaltung ist nicht mehr möglich.

Kosten

Die Teilnahme ist kostenfrei.


Nachbericht

Ein Fachabend-Duett zum Medienwandel: Digitalstrategien von Printmedien im Allgemeinen und von Zeitungsverlagen im Speziellen

Newsletter statt griffbereite Flyer, Internet-Marketing statt massenweise Postwurfsendungen, Online-Shops statt umfangreiche Kataloge, E-Books statt gedruckte Bücher, Tablet-Zeitschriften statt hochlänzende Magazine – und Newsfeeds, Podcasts, Timelines auf Facebook, Twitter & Co. sowie Nachrichtenportale statt großformatige Tageszeitungen. Die Gegenüberstellung liese sich sicher noch um einige Beispiele fortsetzen. Viele Printerzeugnisse müssen sich seit einigen Jahren gegen digitale Substitutionmöglichkeiten behaupten. Vor dieser Entwicklung resignieren manche Macher der Printszene aufgrund zahlreicher Vorteile, die die digitale Varianten aufbieten: Schnelligkeit, Aktualität, Rückkanal, Herstellkosten, Gewicht des Endprodukts usw. Aber sind es alleine diese Vorteile der digitalen Welt die zum Nachteil der Printwelt werden? Wird alleine deswegen Print „aussterben“ – wie die Postkutsche, die Lochkarten, die Filmkamera oder die Musikkassette?

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigen sich die Menschen, die mit, für und in vielen Sparten der Printbranche und ihrer Zulierferindustrien arbeiten. Sie spüren die Auswirkungen dieser gemeinhin und sachlich als Medienwandel bezeichneten Veränderungen direkt an ihrem Arbeitsplatz. Auch Berater, Publizisten und Verbände beschäftigen sich intensiv damit. So auch der Analyst, Publizist und Wissensvermittler Anderas Weber aus der Gutenberg-Stadt Mainz. Als Gründer und Sprecher des DigitaldruckForum und der ValueCommunity sowie als Geschäftsführer der Value Communication AG begleitet er den Medienwandel auf seine Art. In seinem Blog valuetrendradar.com hinterfragt er Strategien der Entscheider und deren Handeln als Reaktion auf diese Veränderungen. Er bewertet und kommentiert die Entwicklungen und Lösungsansätze der Printmedien und -erzeugnisse herstellenden Branche über digitale Plattformen.

Aber nicht nur auf digitalem Weg! Denn im Oktober 2014 hatte der Experte eine Gruppe Fachleute unter Organisation des FDI Mainz/Wiesbaden zu Gast. Vor Ort, in den Räumen der Value Communication AG in Mainz wurde auf höchstem fachlichem Niveau über die Entwicklung gedruckter Medien, insbesondere am aktuellen Beispiel der Tageszeitungen, intensiv diskutiert, analysiert und prophezeit. Grundlage und Anknüpfungspunkte zur Diskussion bildeten Vortrag und Charts von Weber sicher genug. Dabei setzte der exklusive und interaktive Fachabend mit dem Titel „Wenn Verleger verlegen machen“, der durch eine kleine aber feine Sektverkostung abgerundet wurde, auf den Aussagen Friedrich Roeinghs, Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung Mainz, auf. Dieser hatte genau vier Wochen zuvor die Einschätzungen aus Sicht eines Zeitungsverlags mit aktuellen Konzepten zur Einführung von Bezahlschranken für digitale Inhalte bei einem FDI-Fachabend, gemeinsam durchgeführt mit dem Bezirk Frankfurt/Main (Ankündigung und Nachbericht), sehr überzeugend und optimistisch vorgestellt.

Andreas Weber präsentiere seine einige Einschätzungen. In seiner Ergebnisableitung schreibt er u.a.: „Diese Krise ist nicht neu, sie existiert seit rund 30 Jahren, da Leserinteressen nicht nachgekommen wird, was empirisch nachweisbar ist.“ Denn seit etwa Anfang/Mitte der 1980er Jahre verlieren die Tageszeitungen konstant an Auflagen. Dies haben bereits Anfang August drei engagierte Zeitungsjournalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in einem lesenswerten Artikel „In eigener Sache zur Zeitungskrise eruiert. Speziell für Zeitungen lässt sich somit konstatieren, dass die digitale Welt nicht als der Auslöser für die verstärkten Änderungen im Nutzerverhalten zu verorten ist. Diese Analyse ist sicherlich nicht auf alle Adaptionen gedruckter Produkte übertragbar.

Im zweiten Halbjahr des Jahres 2014 befassten sich sehr viele unterschiedliche Medien – auf allen möglichen digitalen Kanälen sowie haptisch zum Anfassen – mit dieser sehr spannenden Entwicklung, nicht nur für Tageszeitungen sondern für viele Arten von Printmedien und -erzeugnisse. So beinhaltete eine Oktoberausgabe der Zeitschrift W&V – die regelmäßig zu den Auswirkungen auf Print Stellung bezieht – ein 28-seitiges Extra zum 60-jährigem Jubiläum des Zeitungsverlegerverbandes als Beihefter, der Druckmarkt widmete die Oktoberausgabe ganz der Zeitung und ihrer gesellschaftlichen Entwicklung, ebenso berichteten die weiteren bekannten Printfachmedien über die World Publishing Expo in Amsterdam, welche selbstverständlich neben der Technik vor allem zukunftsfähige Geschäftsmodelle für Zeitungen thematisierte.

Über den Medienwandel allgemein publizierte die Welt am Sonntag eine ganze Beitragsstrecke, während die Wirtschaftswoche sich den Entwicklungen des digitalen Büchermarktes zuwand. Und auch klassische Radiosender befassen sich ausführlich mit den vor und Nachteilen von E-Books, etwa SWR3 in seinem Topthema vom 08.10.2014 (leider nicht mehr im Online-Archiv verfügbar) anlässlich der Frankfurter Buchmesse. Im Internet lassen sich zahlreiche Meinungen und Stellungnahmen auffinden, stellvertretend seien hier die Blogbeiträge von Meedia, PR-Stunt, Netzwertig und Mr. Media genannt. Selbstverständlich wurde auch von einigen Zeitungsjournalisten die Zeichen der Zeit erkannt und ausführlich analysiert, wie die Beiträge von Redakteuren der Süddeutschen, der TAZ und der Huffington Post dokumentieren.

So stand das Duett der beiden FDI-Fachabende der Bezirke im Rhein-Main-Gebiet zur Zukunft der Zeitung– die Konzepte des Chefredakteurs der Allgemeinen Zeitungen im September und die Betrachtungen des Analysten und Branchenexpertens Anfang Oktober – im Kontext branchenbezogener und bundesweit gesellschaftlicher Berichterstattung. Einen kurzen Einblick in den über vierstündigen FDI-Workshop biedet die Videodokumentation des Abends.

(Ulrich Smets, Berater für Betriebswirtschaft, Smets-Controlling, und Schriftführer FDI-Bezirk Mainz/Wiesbaden)




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